Trauermücken in der Blumenerde

Die kleinen Insekten können besonders im Winter Probleme verursachen. Zum Glück lässt sich leicht Abhilfe schaffen.

Nahezu jeder Pflanzenfreund hat schon einmal Bekanntschaft mit den schwarzen, ein bis fünf Millimeter großen Trauermücken (Sciaridae) gemacht. Insbesondere in Gewächshäusern und im Winter in der Umgebung von Topfpflanzen sind sie häufig anzutreffen. Die erwachsenen Mücken können lästig sein, wenn sie einem scheinbar zielgerichtet um den Kopf schwirren; aus Pflanzensicht stellt jedoch der Mückennachwuchs das eigentliche Problem dar.

Die Mückenweibchen richten ihre Kinderstube in dauerhaft feuchter Erde ein. Vier bis sechs Tage nach der Eiablage schlüpfen die fünf bis zehn Millimeter großen glasig-weißen Larven. In der freien Natur helfen diese dabei, verrottendes Pflanzenmaterial zu zersetzen, und haben somit eine wichtige Funktion. Im Blumentopf hingegen fressen die Larven, wenn sie in großer Zahl auftreten, bisweilen auch die feinen Haarwurzeln der Pflanzen an – die Pflanzen können kein Wasser mehr aufnehmen und verwelken, obwohl genug Feuchtigkeit vorhanden ist.

Dauerfeuchte Erde vermeiden
Vermehren sich Trauermücken dennoch einmal explosionsartig, ist das ein Zeichen für dauerhaft (zu) feuchte Erde. Eigentlich ist der Winter die Phase der Vegetationsruhe, die Pflanzen wachsen deutlich langsamer als im Sommer und benötigen entsprechend weniger Wasser. Von dauerfeuchter Erde fühlen sich Trauermücken magisch angezogen und erobern im Nu die Fensterbank. Im Idealfall sollte daher im Winter immer erst gewässert werden, wenn die Blumenerde zumindest oberflächlich komplett abgetrocknet ist. Das lässt sich leicht überprüfen, indem man den Zeigefinger ein bis zwei Zentimeter tief in die Erde steckt. Viele Pflanzen, beispielsweise der Drachenbaum, vertragen es sogar, wenn der Erdballen einmal nahezu komplett durchgetrocknet ist.

Bei Pflanzen, die mehr Feuchtigkeit benötigen, macht eine ein bis zwei Zentimeter dicke Sandschicht die Erdoberfläche für die Mücken weniger attraktiv. Stehen auf der Fensterbank oder im Gewächshaus Anzuchten, die nicht austrocknen dürfen, hilft es, eine Klarsichtfolie über der Aussaatschale zu spannen. Sie hält nicht nur Trauermücken fern, sondern erhöht auch die Luftfeuchtigkeit unter der Folie und damit den Anwachserfolg.

Hochwertige Blumenerde verwenden
Für beste Startbedingungen, ob bei der Pflanzenanzucht oder im Bereich Zimmerpflanzen, empfiehlt die Gütegemeinschaft Substrate für Pflanzen e.V., Blumenerde mit dem RAL-Gütezeichen zu verwenden. Für RAL-gütegesicherte Substrate werden ausschließlich qualitativ hochwertige Ausgangsstoffe verwendet. Darüber hinaus unterliegen die Produkte fortlaufenden Qualitätskontrollen durch anerkannte unabhängige Labore – zu den Prüfkriterien gehören beispielsweise auf die Körnung, die Pflanzenverträglichkeit und eine potenzielle Schadstoffbelastung. Auf diese Weise schafft die RAL-Gütesicherung optimale Voraussetzungen für gesunde, gut entwickelte Pflanzen.

Besonderer Tipp
Im Fall der Fälle – Trauermücken aktiv bekämpfen
Sowohl die erwachsenen Trauermücken als auch ihre Larven lassen sich effektiv und absolut umweltschonend bekämpfen, informiert die Gütegemeinschaft Substrate für Pflanzen e.V. Gegen die Mücken selbst können Sie Gelb-Sticker in die Blumenerde stecken. Die kleinen Insekten fliegen wortwörtlich auf die Farbe Gelb und bleiben an den wirkstofffreien Klebetafeln hängen. Positiver Nebeneffekt: Gelb-Sticker helfen auch gegen viele andere fliegende Schadinsekten, etwa gegen Weiße Fliege, Thripse und geflügelte Blattläuse.

Gegen die Mückenlarven sind Nematoden der Art Steinernema feltiae das wirkungsvollste Mittel. Die fürs menschliche Auge unsichtbaren, auch für Kinder und Haustiere ungefährlichen Nützlinge werden einfach ins Gießwasser eingerührt und parasitieren die Mückenlarven. Sie erhalten die Nematoden im gärtnerischen Fachhandel oder über das Internet. Gut zu wissen: Während der Anwendung der kleinen Helfer sollte die Erde ausnahmsweise auch im Winter nicht komplett austrocknen.