Balkongemüse: Mit der richtigen Erde zum Ernteerfolg.

Je geringer das Volumen des Pflanzgefäßes ist, desto wichtiger sind die Eigenschaften des Substrates

Sonnenwarme Tomaten, knackiger Kohlrabi und erntefrischer Salat – wer davon träumt, braucht nicht unbedingt einen Garten: Viele Gemüsearten lassen sich ohne Weiteres auch auf dem Balkon, auf der Dachterrasse oder im Hinterhof ziehen. Alles, was man dazu benötigt, sind Saatgut oder Jungpflanzen, Pflanzgefäße und ein qualitativ hochwertiges Pflanzsubstrat. An Pflanzgefäßen kommen neben Balkonkästen, Kübeln und Blumenampeln auch Obststiegen aus Holz, Jutesäcke, Kunststofftaschen und viele weitere Varianten in Frage. Keine Abstriche sollte man hingegen beim Pflanzsubstrat machen: Je geringer das Erdvolumen ist, mit dem die Pflanzen auskommen müssen, desto wichtiger werden die Eigenschaften des Substrates.

Deutlich wird das etwa am Beispiel Wasserbedarf. Je besser die Wasserhaltekraft, desto seltener muss gegossen werden. Gleichzeitig darf die Erde aber auch nicht zu viel Wasser speichern, denn bei dauerhafte nassen Füßen faulen die Pflanzenwurzeln: Die Pflanze kann kein Wasser mehr aufnehmen und das Gemüse vertrocknet mitten im Überfluss. Insbesondere die bei vielen Stadtgärtnern beliebten torfreduzierten und torffreien Erden neigen mitunter zum Vernässen und Verdichten. Hochwertigen Substraten sind deshalb natürliche Zuschlagstoffe wie Sand oder Perlite (ein durch Hitzeeinwirkung aufgeblähtes Vulkangestein) beigemengt, um den Wasserabzug und die Durchlüftung zu verbessern. Auch bei der Speicherkapazität für Nährstoffe ist der goldene Mittelweg gefragt: Nach dem Düngen soll die Erde im Idealfall einen Teil der Nährstoffe speichern, ihn später aber auch wieder an die Pflanze abgeben.

Verbrauchertipp: RAL-Gütezeichen beachten
Die Gütegemeinschaft Substrate für Pflanzen e.V. (GGS) empfiehlt Gemüsefans, beim Erdenkauf nach Substraten mit dem RAL-Gütezeichen Ausschau zu halten. Gütegesicherte Substrate unterliegen strengen Qualitätsrichtlinien. Anerkannte, unabhängige Labore kontrollieren die zertifizierten Produkte regelmäßig auf Kriterien wie ein ausgewogenes Wasser- und Nährstoffspeichervermögen, Strukturstabilität, Nährstoffgehalt, pH-Wert sowie auf einen möglichen Besatz mit Krankheitserregern, Unkrautsamen oder pflanzenschädigenden Stoffen. Dank dieser fortlaufenden Qualitätssicherung schaffen Substrate mit dem RAL-Gütezeichen optimale Ausgangsbedingungen für eine erfolgreiche Gemüsesaison, hohe Erträge und maximalen Genuss.

Tipps für Topfgärtner

Gemüse aus eigenem Anbau
Grundsätzlich gilt: Je größer das Pflanzgefäß, desto besser – denn umso mehr Erde steht den Pflanzen zur Verfügung und umso seltener muss gegossen und gedüngt werden. Sehr kleine Gefäße, in denen die Erde rasch austrocknet, eignen sich besser für Thymian, Rosmarin und andere mediterrane Kräuter – Kräutererde mit dem RAL-Gütezeichen ist hierfür die richtige Wahl. Auf das RAL-Gütezeichen sollte man jedoch auch bei anderen Spezialerden wie Gemüseerde oder Hochbeeterde achten, der Name allein sagt nämlich noch nichts über die Qualität der Erde aus.

In der Regel enthalten Gemüse- und Hochbeeterden etwas mehr Nährstoffe als universell einsetzbare Blumenerden. In solchem Substrat gedeihen daher sogenannte Starkzehrer wie Tomaten, Zucchini oder Kartoffeln am besten, erst danach sollten Mittelzehrer wie Kohlrabi, Möhren oder Pflücksalat angebaut werden. Zuletzt folgen Schwachzehrer wie Bohnen oder Radieschen – Radieschen beispielsweise bilden in zu nährstoffreicher Erde nur Blätter, aber keine Knollen. Alternativ kann man Schwachzehrer auch in frische Aussaat- oder Kräutererde säen, die deutlich magerer ist. Für Mittelzehrer sind Universal-Blumenerden gut geeignet.

Übrigens: Kompost pur ist als Aussaat- oder Pflanzsubstrat wenig geeignet. Durch den hohen Nährstoffgehalt wird insbesondere zarten Keimlingswurzeln zu viel Feuchtigkeit entzogen. Zudem können Mangelerscheinungen an den Pflanzen auftreten, weil sich manche Nährstoffe in hoher Konzentration gegenseitig blockieren.