Rhododendron-Erde & Co.

Sauer nacht lustig – und Pflanzenfans froh

Saurer Boden – klingt irgendwie unangenehm, oder? Ist es aber nicht, zumindest nicht für Rhododendren, Hortensien, Heidekraut, Fuchsien und viele andere sogenannte Moorbeetpflanzen. Um zur Höchstform aufzulaufen, brauchen diese Arten sogar ausdrücklich ein saures Bodenmilieu. Die meisten Gartenböden erfüllen diese Voraussetzungen nicht, hier sind daher Spezialerden eine sinnvolle Investition.
Diese Pflanzen mögen’s sauer:

Azaleen und Rhododendren (Rhododendron)*
Edel-Lieschen (Impatiens-neuguinea-Hybriden)
Fleißiges Lieschen (Impatiens walleriana)
Fuchsien (Fuchsia)*
Ginster (Genista)
Heidekraut-Arten (Erica, Calluna)*
Heidelbeere (Vaccinium)
Hortensien (Hydrangea)*
Kamelien (Camellia japonica)*
Kiwi (Actinidia)
Lorbeerrose (Kalmia)
Magnolien (Magnolia)
Petunien (Petunia)
Schattenglöckchen, Lavendelheide (Pieris japonica)*
Zauberglöckchen (Calibrachoa)
Zitruspflanzen (Citrus)*
Zylinderputzer (Callistemon)*

Welches Substrat ist das richtige?
In vielen Gärtnereien stehen beispielsweise Moorbeet-Erde, Rhododendron-Erde, Fuchsien-Erde und Hortensien-Erde zur Auswahl. Alle diese Substrate bieten ein saures Bodenmilieu, eine Fuchsie gedeiht daher beispielsweise auch in Rhododendron-Erde und umgekehrt. Die unterschiedliche Namensgebung geht vor allem auf die Feinabstimmung der Nährstoffe zurück. Hortensien-Erde etwa enthält besonders viel Aluminium, das die oft begehrte Blaufärbung der Blüten hervorruft. Zitrus-Erde wurde eine Extra-Portion Eisen zugesetzt, ohne das die Blätter der attraktiven Gewächse schnell gelb werden.
Damit die Spezialerden ihre Eigenschaften dauerhaft behalten, sollte ein entsprechend sauer wirkender Spezialdünger verwendet und möglichst mit Regen- statt mit Leitungswasser gegossen werden. Im Freiland bietet es sich an, das Pflanzloch besonders großzügig auszuheben und den Raum um den Wurzelballen der eingesetzten Pflanze mit Moorbeeterde aufzufüllen.

Substratkauf: Qualität erkennen
Ein saures Bodenmilieu ist wichtig, aber bei Weitem nicht die einzige Voraussetzung für prächtige Moorbeetpflanzen. Darum rät die Gütegemeinschaft Substrate für Pflanzen e.V. (GGS) zu Blumenerden mit dem RAL-Gütezeichen. Gütegesicherte Substrate werden ausschließlich aus hochwertigen Ausgangsstoffen hergestellt und unterliegen engmaschigen Qualitätskontrollen.
Anerkannte, unabhängige Labore kontrollieren die Produkte mit Blick auf alle wichtigen Substrateigenschaften. Dazu zählen ein günstiger pH-Wert und passende Nährstoffgehalte, aber beispielsweise auch eine hohe Strukturstabilität, ein gutes Wasserspeichervermögen und die Freiheit von Unkrautsamen und pflanzenschädigenden Stoffen. Alles zusammen schafft beste Bedingungen für reichblühende und gesunde Pflanzen.

Blitzkurs Chemie: Saurer Boden schnell erklärt
Als sauer wird ein Boden oder ein Pflanzsubstrat bezeichnet, dessen pH-Wert im Bereich 4 bis 6 liegt. Ein solch niedriger pH-Wert weist auf eine hohe Zahl freier Wasserstoff-Ionen hin. Diese klammern sich gerne an die Hauptpflanzennährstoffe Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium, Magnesium und Schwefel und wollen sie am liebsten gar nicht mehr an die im Boden wurzelnden Pflanzen abgeben.
Umgekehrt lösen sich im sauren Umfeld besonders viel Aluminium, Mangan und andere Stoffe, die für die meisten Pflanzen giftig sind. Wie überall in der Natur finden sich jedoch auch hier wieder Pflanzenarten, die sich auf eben jene Nische spezialisiert haben und unter sauren Bedingungen bestens gedeihen, zum Beispiel Rhododendren und Hortensien.

* Spezialsubstrat besonders empfehlenswert

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