Pilze im Rindenmulch – Kein Zeichen mangelnder Qualität

Nanu, was ist denn das?! Da wurde das Beet sorgfältig mit Rindenmulch abgedeckt, auf dass sich kein Unkraut zwischen den Stauden und Ziergehölze herwage. Doch was entdeckt man stattdessen? Pilze! Hutpilze vor allem, eher klein, rank und schlank und alles in allem gar nicht mal unhübsch; aber auch Schlauchpilze können auftreten, oder bizarr anmutende Exemplare wie die Gelbe Lohblüte (Fuligo septica). Unabhängig vom Aussehen der Pilze stellt sich dann oft die Frage: Wo kommen sie her? Was wollen sie hier? Und wie kriegt man sie gegebenenfalls wieder weg?

Mission: Humusbildung
Schnell gerät der Rindenmulch unter Verdacht. Prinzipiell eine richtige Schlussfolgerung: Im Wald spielen Pilze eine besonders wichtige Rolle. Als Destruenten, also Zersetzer von organischem Material, wandeln sie abgestorbene Pflanzenteile in wertvollen Humus um. Dadurch versorgen sie die heranwachsenden Pflanzen mit allen notwendigen Nährstoffen. Die für das menschliche Auge nahezu unsichtbaren Pilzsporen sind überall im Wald anzutreffen – und somit später auch im Naturprodukt Rindenmulch. Hinzu kommen die Pilzsporen, die ohnehin ständig durch die Gartenluft wirbeln.

Wenn sich aus den Sporen später im Beet die charakteristischen Fruchtkörper der Pilze entwickeln, ist das also keinesfalls ein Zeichen von schlechter Qualität. Sie treten auch nicht zwangsläufig auf. Wenn Pilze ins Auge fallen, dann meist bei feuchtwarmer Witterung. Die im Rindenmulch auftretenden Pilzsporen und Fruchtkörper rufen jedoch keine Schäden an lebenden Pflanzen hervor.

Pilze entfernen
Wo auftretende Pilze lästig werden oder wo kleine Kinder herumkrabbeln, die noch alles in den Mund stecken, kann man die Fruchtkörper mit der Hacke zerstören und unterarbeiten. Größere Exemplare werden am besten über die Biotonne entsorgt. Auf diese Weise können sie ihre Sporen nicht weiter verbreiten. Gerade im Sommer endet das Schauspiel jedoch auch ohne weiteres Zutun spätestens mit der nächsten Trockenphase.

Pilze im frisch geöffneten Rindenmulch?
Mitunter sind auch bei einem frisch geöffneten Sack Rindenmulch bereits deutliche Anzeichen einer Verpilzung zu entdecken: Feines weiße Pilzgeflecht, das sogenannte Mycel, durch- und überzieht den Rindenmulch und ein intensiver Geruch nach Waldboden entströmt dem Folienbeutel. Eigentlich kein Wunder, eine feuchtwarme Witterung, wie sie sich in der Kunststoffverpackung rasch einstellt, begünstigt das Pilzwachstum. Die Gütegemeinschaft Substrate für Pflanzen e.V. empfiehlt daher, Rindenmulch an einem eher kühlen und schattigen Platz aufzubewahren und lange Lagerzeiten zu vermeiden.

Verbrauchertipp: Mulch und Erden mit RAL-Gütesiegel
Die Gütegemeinschaft Substrate für Pflanzen e.V. (GGS) empfiehlt Hobbygärtnerinnen und -gärtnern, beim Einkauf von Rindenmulch, Rindenhumus und Pflanzsubstraten auf das RAL-Gütezeichen zu achten. Gütegesicherte Substrate unterliegen einer engmaschigen Qualitätskontrolle durch anerkannte, unabhängige Labore. Zu den Prüfkriterien gehören beispielsweise der pH-Wert und der Nährstoffgehalt, außerdem müssen die zertifizierten Produkte eine dem Pflanzenwachstum förderliche Substratstruktur besitzen und frei von Unkrautsamen und pflanzenschädigenden Stoffen sein. Auf diese Weise schaffen RAL-gütegesicherte Produkte eine optimale Basis für erfolgreiches Pflanzenwachstum.