Vom Fensterbankschmuck zum Prestigeobjekt: Zimmerpflanzen erfahren seit einiger Zeit einen geradezu unglaublichen Boom. Nicht nur, weil sie die Luft filtern und nachweislich das Raumklima verbessern, sondern vor allem als wirkungsvolle Gestaltungselemente, die den Charakter eines Raums entscheidend verändern können.
Gruppenweise in dekorativen Gefäßen inszeniert verbreiten opulente Grün- und Blütenpflanzen zuhause einen Hauch von Urlaubsfeeling, während sie in Büros und Konferenzsälen für eine anregend-entspannte Atmosphäre sorgen sollen. Ob dies gelingt, hängt wesentlich zum Zustand der Pflanzen ab: So positiv die Wirkung sattgrüner glänzende Blätter ist, so traurig kommen mickernde Exemplare mit fahlen Blättern daher.

Die beste Voraussetzung für gesunde, kraftstrotzende Zimmerpflanzen sind ausreichend Licht und ein hochwertiges Pflanzsubstrat. Die Anforderungen an eine gute Blumenerde sind umfangreich:

• Sie darf keine pflanzenschädigenden Stoffe enthalten.

• Sie muss strukturstabil sein, damit die Pflanzen dauerhaft Halt finden, gleichzeitig aber locker genug, um ausreichend Sauerstoff an die Wurzeln lassen.

• Der pH-Wert sollte sich in einem für die Pflanzen günstigen Bereich befinden.

• Das Substrat muss Wasser und Nährstoffe in ausreichender Menge speichern, bei Bedarf aber auch zuverlässig wieder an die Pflanzen abgeben.

Entscheidende Details
Die Gütegemeinschaft Substrate für Pflanzen e.V. (GGS) rät Verbraucherinnen und Verbrauchern, sich beim Erdenkauf am RAL-Gütezeichen zu orientieren. RAL-gütegesicherte Substrate basieren auf hochwertigen Ausgangsstoffen und erfüllen strenge Qualitätsstandards, die sie zu optimalen Pflanzsubstraten machen. Regelmäßige Kontrollen durch unabhängige Labore sind Teil der RAL-Auflagen und garantieren die gleichbleibend hohe Qualität.

Alle RAL-gütegesicherten Blumenerden sind bereits mit einer Startdüngung versehen, daher benötigen die Pflanzen in den ersten Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Die Nährstoffanteile selbst können sich je nach Einsatzgebiet unterscheiden. Grünpflanzen beispielsweise sollen vor allem viel Masse, stabile Triebe und intensiv grüne Blätter bilden. Aus diesem Grund wird Grünpflanzenerden mehr Stickstoff und Kalium zugesetzt, oft auch noch eine Extraportion Magnesium, das wie Stickstoff ein wichtiger Bestandteil des Blattgrüns ist. In Blühpflanzenerde hingegen ist vergleichsweise viel Phosphor enthalten, um gezielt die Blütenbildung anzuregen. So gut versorgt, läuft jede Pflanze zur Höchstform auf!

Blumenerde: Nährstoffspeicher auffüllen
Erst die Erde, dann der passende Dünger: Nach dem Umtopfen kommen die Pflanzen zunächst einige Wochen ohne zusätzlichen Dünger aus, dem bereits enthaltenen Langzeitdünger sei Dank. Anschließend sollten Sie regelmäßig mit passendem Dünger für Nährstoffnachschub sorgen – also Grünpflanzendünger für Palmen & Co., Blühpflanzendünger für Einblatt (Spatiphyllum), Flamingoblume (Anthurium), Calla und andere Blütenschönheiten.
Langzeitdünger in Form von Düngestäbchen oder -kegeln wird laut Packungsanweisung angewendet. Für Flüssigdünger gilt die Faustregel: Von März bis Ende September einmal wöchentlich in der angegebenen Dosierung ins Gießwasser geben, von Oktober bis Ende Februar nur alle 14 Tage.

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