Rückstellproben – nicht lästig, sondern wertvoll!
Substratproben ziehen, sie analysieren und schließlich an einem kühlen, dunklen und trockenen Platz lagern, all das bedeutet zunächst einmal zusätzlichen Aufwand. Dennoch ist es wichtig – auch für kleine Gärtnereien, zumal kleine Betriebe oft weniger liquide sind und größere Umsatzeinbußen nur bedingt auffangen können. Zu derartigen Mindereinnahmen kann es aber schneller kommen als gedacht, wenn sich eine Kultur suboptimal entwickelt.

Die Gütegemeinschaft Substrate für Pflanzen e.V. empfiehlt daher allen Gärtnereien nachdrücklich, standardmäßig eine repräsentative Rückstellprobe je Charge zu ziehen – von zugekauften Erden und Kultursubstraten ebenso wie gegebenenfalls von im Betrieb selbst gemischten Kultursubstraten. Für eine chemische Analyse reichen 2-3 Liter Probenmaterial. Mithilfe der Rückstellproben lassen sich die möglichen Ursachen für Probleme wesentlich zielgerichteter eingrenzen. Auch während der Kultur sind regelmäßige Substratbeprobungen in jedem Fall empfehlenswert, denn sie offenbaren zeitnah Fehler bei der Kulturführung, etwa in puncto Nährstoffversorgung.

Analyseergebnisse richtig beurteilen
Bei Auffälligkeiten in den Analyseergebnissen sollte umgehend Kontakt zum zuständigen externen Berater oder Außendienstmitarbeiter des Substratlieferanten aufgenommen werden. Mitunter ist alles halb so schlimm: Da es sich bei den organischen Substraten um Naturprodukte handelt, sind leichte Schwankungen bezüglich der chemischen Eigenschaften völlig normal. Solange sie sich innerhalb der vom Hersteller festgelegten Grenzen bewegen, mindern sie die Substratqualität nicht. Auch muss bei der Interpretation der Laborergebnisse eine gewisse Messtoleranz berücksichtigt werden. Geben die Analyseergebnisse hingegen auch aus Sicht der Substratprofis Anlass zur Sorge, müssen die Ursachen ergründet werden. Gemeinsam gelingt die Spurensuche in der Regel zügig und es können entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Dadurch lassen sich mögliche Schäden oft noch begrenzen oder ganz abwenden.

Praktisch: RAL gütegesicherte Substrate
Ob es sich um Ausgangs- und Zuschlagsstoffe handelt oder um fertig gemischte Erden und Kultursubstrate: Produkte mit dem RAL-Gütezeichen unterliegen einer strengen Qualitätssicherung. Sie werden kontinuierlich von unabhängigen Laboren kontrolliert und auf Kriterien wie pH-Wert, Nährstoffgehalt, Strukturstabilität und die Freiheit von pflanzenschädigenden Stoffen untersucht. Die Hersteller der RAL-gütegesicherte Produkte sind zur Entnahme von Rückstellproben verpflichtet und werden auch bezüglich der korrekten Probennahme und -analyse immer wieder kontrolliert. Die Gütegemeinschaft Substrate für Pflanzen e.V. rät daher ausdrücklich zu gütegesicherten Produkten.